Marienkapelle mit Kapellenfriedhof


Bereits 1348 wurde die Marienkapelle erstmals nachweislich erwähnt. 1413 entstand die inzwischen einzige Glocke des Kirchturms. Seit dem 16. Jahrhundert wurde die Marienkapelle Ziel von Wallfahrten. Die stetig steigende Zahl der Wallfahrer führte ab 1680 zum Bau von zwei Nebenkapellen. Diese wurden im Lauf der Zeit immer wieder umgebaut und schließlich 1840 auf Befehl der Königlichen Regierung wieder abgerissen. Der Baumeister Balthasar Neumann wurde mit einem Neubau der Marienkapelle beauftragt, den der Neustädter Benedikt Lux in den Jahren 1734 bis 1738 mit Altar- und Kanzelneubau versah. 1744 wurde die neue Marienkapelle eingeweiht. 1847 wurde die Kapelle erstmals restauriert, wobei das Marienbild des Kirchturms neu vergoldet wurde und 1887 folgte eine Renovierung des Hochaltars und der Seitenaltäre durch den Bildhauer Valentin Weidner. 1906 wurde der Turm restauriert und im barocken Stil ausgebaut. 1975 fanden weitere Renovierungsarbeiten im Innenraum statt. Seit 2002 gehört die Marienkapelle zu den Stationen des „Fränkischen Marienwegs“. Zur Marienkapelle gehört der benachbarte Kapellenfriedhof, der ebenfalls 1348 schriftliche Erwähnung gefunden hat. Der Friedhof wurde 1855 erstmals erweitert. 1866 wurde der Friedhof aufgrund seiner strategischen Lage zwischen Bad Kissingen und Nüdlingen, bzw. Winkels (heute ein Ortsteil von Bad Kissingen) zum Gefechtsfeld im Österreichisch-Preußischen Krieg. Ein Großteil der Kriegsopfer wurde hier auch direkt im Friedhof, bzw. in einem Massengrab in der Nähe bestattet. Das Kruzifix neben der Marienkapelle aus Sandstein entstand im 18. Jahrhundert. Es steht auf einem breiten Tischsockel mit einer Reliefdarstellung des schlafenden Christuskindes. Sowohl die Kapelle als auch der Friedhof sind aufgrund der langen Historie wichtige Zeitzeugen der Geschichte von Bad Kissingen. Bei einem Rundgang auf dem Friedhof, der neben der Marienkapelle zu eingetragenen Baudenkmälern Bayerns zählt, finden sich unzählige Gräber, deren Inschriften und Ausstattungen vom Bestattungskult vergangener Jahrhunderte erzählen. Auch die reichhaltig verzierte Marienkapelle mit ihrer idyllischen Lage direkt am Liebfrauensee zählt für Trauungen und andere Anlässe zu einer beilebten Adresse bei Einheimischen und Gästen.

  • Kein Eintritt
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