Route im Detail


Kurpark mit Arkadenbau

Bad Kissingens Kurgarten


Der älteste Kurgarten der Welt wurde 1738 vom Hofarchitekten des Würzburger Fürstbischofs angelegt, dem berühmten Balthasar Neumann.

Es ist der erste Garten, der ausschließlich zum Zweck der Kur geplant und gestaltet wurde.

Gemeinsam mit den angrenzenden Gebäuden von hoher gestalterischer Qualität bildet er das harmonische Kurgartenensemble. In Struktur und Bestimmung bis heute erhalten, ist es ein besonderer Beitrag zur Welterbestätte The Great Spa Towns of Europe.


350 m
5 Min.
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Balneologie im Kurviertel


Balneologie ist die Lehre von Heilquellen / Mooren und ihrer Verabreichung. Diese Bäderlehre wurde im Kurviertel angewendet.

Das Kurhausbad, inzwischen „Haus für Gesundheitsmanagement“, war einst Europas modernstes Badehaus und bot 110 Moor- und Sole-Badekabinen für die Badekur sowie eine Abteilung für römisch-irische und russische Dampfbäder.

Gegenüber begründete 1836 der Badearzt Dr. Franz Anton Balling mit dem Ballinghaus (heute Teil des Sanatoriums Uibeleisen) eine Tradition: Unterkunft und ärztliche Versorgung unter einem Dach.


Respekt, Toleranz und Vielfalt


Die Gäste in den Bedeutenden Kurstädten Europas (Welterbe seit 2021), zu denen Bad Kissingen gehört, stammten aus der ganzen Welt – eine Vielzahl an Sprachen, Kulturen, Religionen und Konfessionen.

In den Weltbädern herrschte eine Atmosphäre von Respekt und Toleranz. Während des oft

wochenlangen Aufenthalts hatte man die Möglichkeit, seinen eigenen Kultus zu pflegen, ob russisch-orthodox, anglikanisch, jüdisch, katholisch oder protestantisch wie hier.


400 m
6 Min.
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Das Kurviertel


Ausgehend vom Kurgarten, entwickelte sich Richtung Süden das Kurviertel mit Unterkünften und medizinischen Einrichtungen.

Die Prinzregentenstraße ist eine seiner beiden Hauptachsen, angelegt 1871 mit dem Anschluss ans Bahnnetz. Sie verbindet die Altstadt mit dem Bahnhof.

Das Viertel ist geprägt von repräsentativer Villenarchitektur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts mit lockerer Bebauung inmitten von Gartenflächen – ein typisches

Merkmal der Bedeutenden Kurstädte Europas.


Erbe bewahren und weiterentwickeln


Das ehemalige Haus Apolant ist eines der größten Sanatorien im Kurviertel, benannt nach dem ursprünglich jüdischen Kurarzt Dr. Edgar Apolant, der hier praktizierte. Seine Schwester Ella Apolant wurde nach Theresienstadt deportiert. Ihr ist ein Stolperstein gewidmet.

Seit 1978 steht das Anwesen leer; es fand sich kein Eigentümer, um die Tradition fortzusetzen. Die Bewahrung des Baus und die Weiterführung der Kurnutzung im Kurviertel sind ein großes Anliegen der Stadt Bad Kissingen.


350 m
4 Min.
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Jüdisches Leben und Internationalität


Der Jüdische Friedhof mit seinen 488 Gräbern von Kissinger Familien – wie Ehrlich, Rosenau oder Kissinger – und internationalen Kurgästen stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert und wurde 1891 erweitert. Er ist Zeugnis für das einstmals rege jüdische Leben im 19. und 20. Jahrhundert sowie für die Internationalität und Religionsvielfalt im Weltbad Kissingen. Der Friedhof kann nach Absprache besichtigt werden.

Stadtarchiv Bad Kissingen
Tel. +49 (0)971 807-4202


Der Bahnhof: Tor zum Weltbad


Für den ersten modernen Reisetourismus war die Bahnanbindung eine wichtige Voraussetzung. Gäste und Dienstpersonal konnten nun vergleichsweise günstig und schnell anreisen. Bad Kissingen wurde im Jahr 1871an das Bahnnetz angeschlossen. Drei Jahre später entstand der repräsentative Bahnhofsbau als Entree in die Kurstadt.

Persönlichkeiten wie Otto von Bismarck oder Prinzregent Luitpold von Bayern konnte man hier standesgemäß empfangen.


Villa Hailmann


Die Villa vom Beginn des 20. Jh.s heißt nach ihrem ersten Besitzer: Kommerzienrat Philipp Hailmann. Dessen Familie gehörte zu den großen Hoteliers.

Konzipiert als noble Arztvilla mit Gästeunterbringung beherbergt sie heute das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen, wichtiger Akteur und Partner für das Welterbe The Great Spa Towns of Europe. Es kümmert sich u. a. um die Pflege der Fränkischen Saale, den Hochwasser- und Heilquellenschutz und die nachhaltige Bewahrung der Wasserressourcen.


600 m
8 Min.
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Kur und Krieg


Das 1905 erbaute Jugendstil Gebäude war zunächst ein Sanatorium „für Magen-, Darm-, Stoffwechsel-, Herz- und Nervenkrankheiten“, bevor es im Ersten Weltkrieg zusätzlich zum Reservelazarett wurde.

Von 1941 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs diente es als Erholungsheim für Soldaten der Kriegsmarine und ab 1946 als Unterkunft für das amerikanische Militär. Auf der Fassade ist die ehemalige Funktion am Schriftzug Marinekurlazarett noch abzulesen.


450 m
6 Min.
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Wasser und Wissen für die Welt


Keine Kurstadt ohne Wasser: Die Great Spa Towns of Europe entwickelten sich um Mineralquellen herum. Ziel war, das Heilwasser optimal zu nutzen. Viele Kurstädte, so auch Bad Kissingen, exportierten ihr beliebtes Wasser in die ganze Welt.

Im Krugmagazin, erbaut vom Münchner Hofarchitekten Friedrich von Gärtner, füllte man das Heilwasser ab, das sogar bis Mexiko reiste.

In Bad Kissingen werden insgesamt sieben Heilquellen und ein Bitterwasser für die Trink- oder Badekur genutzt.


Natur und Architektur


Ein wesentliches Merkmal der Great Spa Towns of Europe (seit 2021 UNESCO-Welterbe) ist die Verbindung von Stadt und Natur. Gestaltete Gärten, Parks und Promenaden sowie die umgebende Kurlandschaft dienen der Therapie, Erholung und Freizeitgestaltung.

Im Stil eines englischen Landschaftsgartens ist der Luitpoldpark angelegt.

Am gegenüberliegenden Saale-Ufer führt die Lindesmühlpromenade, ein Spazierweg mit Bazargebäuden, aus der Stadt in Richtung Süden.


450 m
6 Min.
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Das Grandhotel: Ein Arkadien für Weltbadgäste


Gegenüber der öffentlichen Entnahmestelle für Heilwasser befindet sich das Hotel Kaiserhof Victoria. Es steht exemplarisch für Grandhotels der Weltbadzeit und den Austausch der Kurstädte untereinander.

Es liegt in der Straße „Am Kurgarten“, deren Verlängerung die Kurhausstraße mit ihrer Hotelzeile ist. Typisch für die Bedeutenden Kurstädte Europas ist die Einteilung der Stadt nach Funktionen.

Die Kurhausstraße ist eine der beiden Hauptachsen des Kurviertels, das der Gästeunterbringung dient.


350 m
4 Min.
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